Die Menschenhändler von Haiti 01.02.2010, 08:55 Uhr
Knapp drei Wochen nach dem Erdbeben wächst in Haiti die Furcht vor Kindesentführungen. Immer wieder wurden Berichte über Menschenhändler bekannt, die mit der Vermittlung haitianischer Waisen an Paare vor allem in den USA und Europa Geschäfte machen.
In Malpasse an der Grenze zur Dominikanischen Republik nahm die Polizei zehn US-Bürger fest, die 33 Kinder zwischen zwei Monaten und zwölf Jahren außer Landes bringen wollten. .
Nach Angaben der Behörden konnten die fünf Frauen und fünf Männer einer US-Kinderhilfsorganisation keinerlei Adoptionsdokumente vorweisen. Zudem lägen keine Beweise vor, dass die Kinder bei dem Beben ihre Eltern verloren hätten.
"Das ist vollkommen illegal", sagte Haitis Sozialminister Yves Cristalin. "Kein Kind verlässt Haiti ohne rechtmäßige Erlaubnis, und diese Leute hatten keine." Die Leiterin der US-Hilfsorganisation wies die Anschuldigungen zurück. Ihre Organisation New Life Children's Refuge habe eine offizielle Erlaubnis der Dominikanischen Republik, die Kinder in ein dort von der Gruppe betriebenes Waisenhaus zu bringen, sagte sie der Nachrichtenagentur Reuters aus einer Gefängniszelle in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince.
Haiti wurde durch das Beben stark zerstört. Es wird vermutet, dass bis zu 200.000 Menschen getötet und mehrere Hunderttausend verletzt wurden. Viele Kinder wurden durch das Beben zu Waisen. Unicef und die Regierung Haitis haben daher wiederholt vor Kindesentführungen und illegalen Adoptionen gewarnt
Die vielen schwer verletzten Erdbebenopfer auf der Karibikinsel können vorerst nicht mehr auf eine Behandlung in den USA hoffen. Das US-Militär stoppte die Hilfsflüge nach eigenen Angaben bereits am vergangenen Mittwoch. Man wisse nicht mehr wohin mit den Patienten, sagte ein Sprecher. Der US-Bundesstaat Florida, wohin die meisten Opfer überführt wurden, klage über Platzmangel und hohe Behandlungskosten. Floridas Gouverneur Charlie Crist forderte eine bessere Verteilung der finanziellen Last.
Das US-Präsidialamt erklärte, es werde nach einer Lösung gesucht. Zugleich unterstrich ein Regierungssprecher, dass der Stopp der Hilfsflüge keine politische Entscheidung gewesen sei. Die Behandlung Tausender Bebenopfer auf einem Lazarettschiff der US-Marine vor der Küste Haitis wurde am Wochenende fortgesetzt. Für die schwierigsten Fälle fehlen den Ärzten auf dem Schiff jedoch die richtigen Geräte.
Dastut mir leid ,so leid mit Haiiti! Oh Mensch,ich zünde eine Kerze an für jedes Opfer,jeden Toten und jedes Waisenkind.Und dann werden auch noch perverser Kinderhandel betrieben. Armes Haiiti.*schnüff* Und dann nicht mal mehr Hilfe ?!Wo kommen wir denn da hin ?USA ist riesig ,sehr gross! Alles nur Lüge!Es gibt zehntausende von Krankenhäuser in ganz USA.
Kinderhandel Für den Preis eines Huhns Von Toni Keppeler, Port-au-Prince (Text und Foto)
Wie 33 haitianische Kinder von ihren Eltern an 11 Baptisten aus den USA übergeben wurden. Wie deren Versuch, in den Adoptionshandel einzusteigen, jedoch scheiterte. Und wie die Geschichte weiterging.
erschreckend bianka, auch der letzte satz im artikel, ob sie überhaupt ermessen konnte wohin die reise ging mit diesem anwalt... das kann doch keiner für seine kinder wollen, oder nur linderung im existenzkampf ausdrückten sollte
Unter dem Artikel befinden sich zwei Kommentare, die mich sofort an "Maus" erinnert haben, denn auch sie klagt ja über das Dasein als Adoptierte in der Schweiz:
mausi51
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100124_Adoption nur als l
Kinderhandel wird durch Adoptionswünsche gefördert Zitat: “Der Handel mit Kindern ist gesteuert von der Nachfrage des Westens. Wir sind nicht gegen Adoption, sondern gegen Kinderhandel. Das Problem ist, dass sich beides nicht mehr voneinander trennen lässt.”, so die niederländische Menschenrechtsaktivistin Roelie Post. Nicht nur die Organisation ”Against Child Trafficking” kritisiert einen neuen Auslandsadoptionsmarkt, der sich in Indien, Haiti, Äthiopien auftut und fordert ein sofortiges Verbot von Auslandsadoptionen.
Zitat von mausi51Kinderhandel wird durch Adoptionswünsche gefördert Zitat: “Der Handel mit Kindern ist gesteuert von der Nachfrage des Westens. Wir sind nicht gegen Adoption, sondern gegen Kinderhandel. Das Problem ist, dass sich beides nicht mehr voneinander trennen lässt.”, so die niederländische Menschenrechtsaktivistin Roelie Post. Nicht nur die Organisation ”Against Child Trafficking” kritisiert einen neuen Auslandsadoptionsmarkt, der sich in Indien, Haiti, Äthiopien auftut und fordert ein sofortiges Verbot von Auslandsadoptionen.
Publiziert am 7. November 2011
Ich finde es erschreckend das es sich anscheinend nicht mehr voneinander trennen lässt. Der Wunsch nach Kindern ist etwas vollkommen natürliches und wenn man das so extrem ausnutzt sieht man nur wieder die Abgründe der Menschheit für Profit alles zu tun.
Adoptionsvermittlungsstellen, die ausländische Kinder vermitteln, dürfen wenn sie in Deutschland zugelassen werden wollen, nicht kommerziell arbeiten. Die Gebührensätze für die Vermittlung stehen auf den Seiten der Vermittlungsstellen. Vielleicht sollten die Landesjugendämter auch festlegen, was die Vermittlung kosten darf, der Aufwand dürfte für jedes Kind und jedes Land ähnlich sein. Da die Vermittlungsstellen z.T. behördlichen Aufgaben wahrnehmen, sollte hier eine Gebührenstaffelung möglich sein. Bei den Kosten für den Sozialbericht gibt es bereits einen engen Spielraum, sei es durch die Konkurrenz des Jugendamtes, sei es, dass ein Preisrahmen festgelegt wurde.
Auch die Ländergebühren könnten weitesggehend ähnlich sein, dort gibt es beträchtliche Schwankungen zwischen 2.500,-- und über 12.000,-je nach Land. Eine Anregung wäre, dass die Länder, die dem Haager Abkommen beitreten oder beigetreten sind, sich auf einen Rahmen festlegen.
Da das Geschäft mit der Kinderlosigkeit offenbar funktioniert, rechne ich zur Zeit nicht mit einem ethischen Ruck aller am Adoverfahren Beteiligter einschließlich der Adobewerber, die es letztendlich mitmachen(ich habe es auch mitgemacht)
Also bei uns wurde damit u.a. der Hotelaufenthalt der Mitarbeiterin und Dolmetscherin der Vermittlungsstelle im Ausland bezahlt, unsere sämtlichen Fahrten im Land, die Übersetzung der Dokumente in die Sprache, die Apostillen dazu, die Anwältin bei der Gerichtsverhandlung, die Gerichtsgebühren bezahlt. Wir haben eine detaillierte Kostenaufstellung / Rechnung erhalten.
die Ländergebühr ist die Gebühr, die die Länder selbst erheben, d.h. - Kinderheimunterbringung - ggf. Arzt - Gerichtsverfahren - Adoverfahren in den Behörden im Land selbst - Anwaltskosten für das dortige Gerichtsverfahren - in manchen Länder eine weitere Pflichtspende fürs Kinderheim
Den Rest muss ich raussuchen, aber es sind nur die Kosten für den Staat Haiti selbst, keine Vermittlungskosten. Alle anderen Kosten wie Übersetzungen, Dokumente, Beglaubigungen, Reisekosten,... fallen extra an.
Hallo Chakimaus,
eine solche detaillierte Aufstellung haben wir nicht erhalten, nur eine Auflistung, was enthalten ist.
Da in Bulgarien alle Kinderheime staatlich sind, gab es bei uns weder Kosten für Heimunterbringung noch irgendeine Spende für das Heim. Das wird in diesem Land durch die EU schärfstens kontrolliert, deshalb wahrscheinlich auch die detaillierten Abrechnungen.
in Haiti fallen Kosten sowohl für staatliche als auch für private Kinderheime an. Die Ländergebühr ist immer gleich. Nepal und ich meine noch ein afrikanisches Land erheben eine Zusatzspende.
@golfi und Chakimaus, genau das was ihr beschreibt, hatte ich erwartet. Ganz offensichtlich erhebt jedes Land für unterschiedliche Dinge ihre Ländergebühr. Aus diesem Grund kann der Vorschlag, sich auf einen einheitlichen Ländersatz oder -rahmen zu einigen, nicht funktionieren. Meine persönliche Erfahrung ist (Wir hatten uns anfangs für eine Adoption aus dem Ausland interessiert), dass man bis auf die 2. Nachkommastelle sämtliche Kosten, die der deutschen Vermittlungsstelle entstehen, aufgeschlüsselt bekommt, aber die Länderpauschale irgendwie nebulös bleibt. Wir haben auf Nachfrage zwar ebenfalls genannt bekommen, was durch sie abgedeckt wurde, aber niemand konnte uns genau aufschlüsseln, welche Kosten exakt für welchen Posten entstehen. Man kann natürlich damit argumentieren, dass andere Länder nicht so durchbürokratisiert sind wie Deutschland, und man muss dahinter auch nicht zwangsläufig illegale Geschäfte vermuten. Aber eben weil die Pauschalen von Land zu Land so extrem unterschiedlich sind, fanden wir, dass wir auf absolute Transparenz bestehen müssen. Die war aber in diesem Punkt leider für die Vermittlungsstelle nicht möglich. Dies war einer der Gründe, warum für uns letztendlich eine Auslandsadoption nicht in Frage kam. Bitte nicht falsch verstehen: Wir haben hinter dieser für uns ungenügenden Information nicht automatisch krumme Geschäfte vermutet, und das würde ich auch pauschal niemals so behaupten. Aber die Tatsache, dass mit dieser Pauschale eine Möglichkeit besteht, dass im entsprechenden Land sich Menschen unbemerkt an Adoptionen bereichern, hat für uns schon als zu unsicher ausgereicht. Mich gruselt bei der Vorstellung (jetzt ganz allgemein gemeint und nicht auf eure Erfahrungen bezogen), dass ich in bester kinderliebender Absicht aus dem Ausland adoptiere und nach 10 Jahren erfahre, dass ich Kinderhandel unterstützt und unwissentlich betrieben habe. Leider ist diese Vorstellung ja, wie in den letzten Jahren öfter zu lesen war, nicht aus der Luft gegriffen. Ich bin überzeugt, dass die meisten Eltern auslandsadoptierter Kinder, die vor diesem Dilemma stehen, geglaubt haben alles richtig zu machen und eine absolut "saubere" Adoption erlebt zu haben. Aber meiner ganz persönlichen Meinung nach muss man in dem Moment Bauchschmerzen haben, wenn ein anderes Land einen pauschalen Geldbetrag von mir für die Vermittlung eines Kindes verlangt und es nicht fertig bringt mir glaubwürdig zu belegen, was mit diesem Geld geschieht. Mir persönlich würde es deshalb nicht reichen, die Länderpauschalen zu vereinheitlichen, sondern sie müssten ganz abgeschafft werden. Als Adoptiveltern zahlt man das, was dem Kind zugute gekommen ist, wie eben Heimunterbringung, ärztliche Versorgung etc, aber mit vorliegender Rechnung. Selbstverständlich bietet auch dieses System keine Garantie, aber meiner Meinung nach einen engeren Spielraum für Betrügereien als ein nicht kontrollierbarer Pauschalbetrag. Und wo weniger Möglichkeiten sind, ist auch ein geringerer Anreiz zu illegalem Handeln. LG Morgenmuffel